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Pandemien und die Auswirkungen auf Unternehmen

pandemie
Lisa-Marie Schulze

Lisa-Marie Schulze

1. Definition und Abgrenzung

Eine Pandemie ist eine Infektionskrankheit, welche sich länderübergreifend verbreitet. Es handelt sich dabei um eine neue Erregervariante, diese verbreitet sich leicht und ruft schwere Erkrankungen bei Menschen hervor.

Bei einer Epidemie handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche sich örtlich begrenzt ausbreitet, wie zum Beispiel Ebola in Afrika.

Merkmale einer Pandemie:

  • Eine Pandemie ist eine sich anbahnende Situation
  • Eine Pandemie betrifft große Gebiete
  • Sie beeinträchtig die gesamte Infrastruktur und die Unterstützung von außen (alle sind betroffen)
  • Eine Pandemie kann sich über mehrere Wochen hinziehen

Das Krankheitsrisiko wächst zunehmend, besonders durch den zunehmenden (internationalen) Reiseverkehr können sich verschiedene Erreger schnell ausbreiten, aber auch die wachsende Anzahl an Menschen in Großstädten, Migration, Klimawandel und das Bevölkerungswachstum spielen bei der Betrachtung eine Rolle.

2. Auswirkungen in Unternehmen

Jeder Betrieb ist bei einer Pandemie betroffen, da die Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Gründen ausfallen. In einem Pandemie-Fall erwarten Experten eine Erkrankungsrate von etwa 30% der Bevölkerung, dabei werden die Abwesenheitsraten in den Unternehmen auf bis zu 50% geschätzt. Die Gründe für das nicht-erscheinen können unterschiedlich sein:

  • Mitarbeiter erkranken selbst
  • Gesunde Mitarbeiter müssen erkrankte Angehörige pflegen oder sich um betreuungsbedürftige Personen kümmern (Kinder nach Schließung eines Kindergartens, Schulen o.ä.)
  • Gesunde Mitarbeiter bleiben zuhause, aus Angst sich auf der Arbeit anzustecken
  • Mitarbeiter können den Arbeitsplatz nicht erreichen (Bspw. Aufgrund des Zusammenbruchs des Nahverkehrs, Sperrzonen o.ä.) 

Deshalb sollte sich ein Unternehmen auf einen Pandemie-Fall vorbereiten.

Während einer Pandemie verändert sich die Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten. Beispielsweise wird die Nachfrage nach Desinfektionsmittel, Mundschutz und Taschentüchern erhöht sein.

Es ist auch möglich, dass einige Ressourcen nur noch beschränkt zur Verfügung stehen, da die Abhängigkeit heutzutage von Zulieferern oder Dienstleistern groß ist. Fallen diese aus, kann es zu einem Dominoeffekt kommen und die Infrastruktur der Wirtschaft und Gesellschaft gefährden.

Mit Hilfe eines Pandemieplans kann man den möglichen Ressourcenausfall vorbeugen und auf die Auswirkungen einstellen. 

3. Der nationale Pandemieplan

Im nationalen Pandemieplan unterteilt man eine Pandemie in vier globale Phasen:

  1. Interpandemische Phase: beschreibt die Zeit zwischen Influenzapandemien
  2. Alarm-Phase: Identifizierung einer humanen Influenzaerkrankung, die durch ein neuartiges Influenzavirus hervorgerufen wird
  3. Pandemische Phase: Globale Ausbreitung der humanen Erkrankung
  4. Übergangsphase: Entspannung der Risikoeinschätzung und Deeskalation/Verringerung der Maßnahmen

Der nationale Pandemieplan dient der Information der Öffentlichkeit über die Gefahren einer Pandemie, denn die Vorbereitung und Bewältigung einer solchen Lange bedarf der Unterstützung der gesamten Gesellschaft. Deshalb findet sich in diesem Plan auch mögliche Maßnahmen für Unternehmen, medizinische Einrichtungen usw..

3.1. Vorbereitung für Unternehmen

Ein Unternehmen sollte, wie oben beschrieben, sich auf eine Pandemie vorbereiten. Dazu sollte eine betriebliche Pandemieplanung aufgesetzt werden, mit dem Ziel das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz zu minimieren, die Betriebsabläufe und die betrieblichen Infrastrukturen aufrecht zu erhalten und den wirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten.

Besonders wichtig ist aber, dass die Versorgung der Bevölkerung mit den wichtigsten Produkten/ Funktionen aufrechterhalten bleibt. Dies gilt besonders für die kritischen Infrastrukturen.

Bevor ein Unternehmen mit der Pandemieplanung beginnt, sollte es folgende Vorüberlegungen treffen:

  • Bestimmung der essentiellen Geschäftsprozesse und die Auswirkungen eines Ausfalls.
  • Identifikation besonderer Vorgaben (gesetzliche Vorschriften, Rechtsverordnungen o.ä.).
  • Identifikation besonderer vertraglicher Verpflichtungen gegenüber Kunden oder der Allgemeinheit.
  • Analyse der wirtschaftlichen Folgen eines Ausfalls für das Unternehmen.
  • Bestimmung der Abhängigkeit von Zulieferern, Versogern und Dienstleistern.
  • Bestimmung von Abhängigkeiten, Bevorrechtigungen und Sondergenehmigungen.

Bei der Planung eines betrieblichen Pandemieplans sind die folgenden Aspekte relevant und sollten berücksichtigt werden:

  • Betriebliche und personelle Planung (Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten, Krisenstab, Führungskonzept, Kerfunktionen festlegen, Absprachen mit Kunden, Lieferanten, Bereuung und Versorgung der Mitarbeiter, Kontaktpersonen außerhalb des Betriebs…)
  • Beschaffung von Hilfsmitteln (Bedarf festlegen, Beschaffen von Schutzausrüstung/ Arzneimitteln etc.)
  • Informationspolitik (Alarmierungs-, Kommunikations- und Verhaltensregeln, Sensibilisierungsmaßnahmen)
  • Vorbereitende medizinische Planung (Aufgaben, Umfang und Spezifikation medizinischen Personals) 

Mögliche direkte Maßnahmen könnten sein:

  • Hygienepflichten steigern (Händewaschen, Desinfektionsmittel bereitstellen)
  • Eigene PKW Nutzung (keine öffentlichen Verkehrsmittel)
  • Homeoffice
  • Einzelbüros einrichten
  • Menschenansammlungen meiden (Kantine, Pausenräume…)

3.2. Medizinische Versorgung

Während einer Pandemie müssen besonders medizinische Einrichtungen mit einer erhöhten Belastung rechnen. Krankhäuser, Rettungsdienste und die häusliche Pflege werden ausgelastet sein und besonders im Bereich der Intensivversorgung und bei Beatmungsplätze werden Engpässe auftreten. Damit diese Ressourcen sichergestellt werden können, wird empfohlen die Patienten so lange wie möglich ambulant zu versorgen und stationär versorgte Patienten, sollten schnellstmöglich entlassen werden.

Ein weiteres Problem ist der Ausfall des Personals, deshalb sollten hier nicht nur Vorbereitungen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung getroffen werden, sondern auch Maßnahmen zum Schutz des Personals.

Der nationale Pandemieplan fordert eine klare Festlegung bezüglich der organisatorischen Umsetzung bei einem solchen Massenanfall von Patienten. Besonders wichtig sei dabei, die erkrankten Patienten getrennt aufzunehmen und zu versorgen, zusätzliche Betten bereit zu stellen und die Verschiebung planbarer Operationen.

Diese Pläne sollen in die Krankenhausalarmplanung aufgenommen werden.

Es ist wichtig sich auf einen solchen Fall vorzubereiten und die Prozesse und Strukturen auch regelmäßig zu üben und zu überprüfen.

Vorbeugende Maßnahmen sollten sein:

  • Impfung der Mitarbeiter (jährlich gegen saisonale Influenza)
  • Übung der Abläufe
  • Information und Schulung der Mitarbeiter

Auszug möglicher Maßnahmen im Pandemiefall:

  • Bettenkapazitäten erhöhen (Aussetzen elektiver Aufnahmen, frühestmögliche Entlassung, Nutzung anderer Stationen)
  • Personalmanagement (Verstärkung des Personals ggf. aus anderen Bereichen, Personal mit Symptomen aus der Patientenversorgung nehmen)
  • Managementkonzept für rasche Beschaffung im Ereignisfall
  • Ausstattung der Behandlungseinheiten/ Abtrennung des Behandlungsbereiches
  • Maßnahmen zum Personalschutz 

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